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Nahverkehrsplan

Der Nahverkehrsplan (NVP) ist das gesetzlich vorgesehene Instrument, mit dem der Aufgabenträger definiert, welches Niveau ein im Sinne der Daseinsvorsorge „ausreichendes“ Angebot an ÖPNV haben soll. Der NVP setzt für ganz Berlin Standards und Vorgaben, in denen Umfang und Qualität der Leistungen bei S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Fähre und für den Regionalverkehr definiert werden.

Darüber hinaus enthält der NVP Ziele und auf diese bezogene konkrete Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, den ÖPNV in Berlin noch attraktiver zu gestalten. Die Standards und Vorgaben des Nahverkehrsplans sind unter anderem Grundlage für die Verkehrsverträge. Damit verpflichtet der NVP einerseits das Land Berlin dazu, sich bei Planungen an die selbst gesetzten Vorgaben zu halten. Andererseits ist er für die Verkehrsunternehmen unmittelbar leistungsrelevant.

Der Nahverkehrsplan wird in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben. Mit einem Beschluss des Senats tritt der NVP in Kraft.

NVP-Inhalte und Umsetzung

Den Kern des Nahverkehrsplans bildet die Angebotskonzeption. In diese fließen die Leistungsvorgaben, die definierten Angebots- und Qualitätsvorgaben sowie die innerhalb der Laufzeit des NVP umzusetzende Infrastrukturmaßnahmen gesamthaft ein. Die Konzeption basiert auf der aktuellen Situation im ÖPNV, die im Rahmen eines vorgelagerten ÖPNV-Monitorings eingehend untersucht wird.

Nahverkehrsplan: Angebotskonzept und Umsetzung

© Center Nahverkehr Berlin

Nahverkehrsplan: Angebotskonzept und Umsetzung

Darüber hinaus werden auch Prognosen und Analysen aus anderen Handlungsfeldern des Landes für die Planung herangezogen, darunter Stadtentwicklung, Wohnen, soziale Entwicklung, Umwelt und Wirtschaft. Sie dienen dazu, Trends der Nachfrage sowie Möglichkeiten und Herausforderungen der Angebotsgestaltung frühzeitig erkennen zu können.

Die Umsetzung des Nahverkehrsplans erfolgt durch den Aufgabenträger gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird dabei kontinuierlich überprüft, um auch innerhalb der NVP-Laufzeit nachsteuern zu können. Darüber hinaus werden bei der Fortschreibung, ebenso wie bei der Umsetzung des Nahverkehrsplans weitere Akteure beteiligt. Zu ihnen gehören unter anderem Politik, Verwaltung und Institutionen des Landes, die Berliner Bezirke,  Aufgabenträger im Berliner Umland, Verkehrsunternehmen, Verbände und Vereine sowie Vertreter von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Veranstaltungsreihe „Forum Nahverkehr Berlin„.

ÖPNV-Planung nach strategischen Leitlinien

Das strategische Dach des Nahverkehrsplans bildet der Stadtentwicklungsplan Verkehr 2025 (StEP Verkehr), der vom Senat von Berlin im März 2011 beschlossen wurde.  Als Kursbuch der Berliner Verkehrspolitik formuliert der StEP Verkehr die übergeordneten, langfristigen Leitlinien für die Entwicklung des Gesamtverkehrs in Berlin. Die Umsetzung des StEP Verkehr erfolgt durch die jeweiligen nachgelagerten Fachplanungen.

Für den ÖPNV relevante Aussagen und Zielsetzungen finden sich unter anderem in der Teilstrategie „Förderung des Umweltverbunds“. Kurz zusammengefasst lauten diese:

Überblick: Planungsinstrumente im Land Berlin

© Center Nahverkehr Berlin

Überblick: Planungsinstrumente im Land Berlin

Die Anteile der Verkehrsträger des Umweltverbunds ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sollen weiter erhöht werden. Bis 2025 sollen in ganz Berlin 75 Prozent, in der Innenstadt 80 Prozent der Wege mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Um dies erreichen zu können, müssen die Angebote des ÖPNV besser an die zeitliche und räumliche Nachfrage angepasst werden. Kürzere Reisezeiten, leichtere, barrierefreie Zustiegs- und Umsteigemöglichkeiten sowie eine stärkere Integration der Verkehrsträger des Umweltverbunds untereinander sowie mit dem Bike- und Carsharing sollen Attraktivität und Nutzung des ÖPNV bei allen Altersgruppen erhöhen. Wichtige Stellschrauben bilden zudem siedlungsstrukturelle Maßnahmen, die den Umweltverbund weiter stützen. Dazu gehören die Förderung von Standorten in integrierten und mit dem ÖPNV bereits erschlossenen Lagen, die Stärkung der polyzentralen Stadtstruktur und die Sicherung der Nahversorgung in den Quartieren.

Die Vorgaben des StEP Verkehr werden vom Nahverkehrsplan übernommen, konkretisiert und mit Maßnahmen hinterlegt.