Center Nahverkehr BerlinÖPNV-AngebotGrundsätze

Grundsätze

Zu den Grundsätzen der Angebotsgestaltung gehört es, die Angebotsmaßnahmen für die einzelnen Verkehrsmittel zu einen nach dem jeweiligen (lokalen, streckenbezogenen) Bedarf, und zum anderen nach den Rahmenbedingungen der Umsetzung, v.a. Fahrzeugverfügbarkeit, zu definieren und umzusetzen. Auch die Funktion der Verkehrsmittel und die in den NVP-Szenarien für den Leistungsaufwuchs formulierten Entwicklungserwartungen spielen bei der Angebotsgestaltung ein Rolle.

  • Die U-Bahn stellt (gemeinsam mit der S-Bahn) das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs dar. Viele Kunden, vor allem Gelegenheits- und Neukunden, orientieren sich an den gut strukturierten und leicht nachvollziehbaren Netzen. Unter anderem aus diesem Grund wird erwartet, dass die Fahrgastzahlen insbesondere auf den Hauptachsen und damit bei der U-Bahn steigen werden. Notwendige Angebotsanpassungen können derzeit nur soweit umgesetzt werden, wie genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
  • Das bestehende Straßenbahnnetz im Zentrum und in den östlichen Bezirken liegt größtenteils in den Stadtteilen, für die eine besonders starke Bevölkerungszunahme prognostiziert wird. Absehbar steigen dadurch die Fahrgastzahlen. Mit den bereits im Bau beziehungsweise in Planung befindlichen Netzerweiterungen (Ostkreuz, Hauptbahnhof) gewinnt die Straßenbahn sowohl Strecke als auch Attraktivität für noch mehr Fahrgäste hinzu.
  • Der Bus erfüllt im Berliner ÖPNV-System mehrere Funktionen. Auf den Hauptachsen bieten Metrobus- und Expressbuslinien schnelle und leistungsstarke radiale und tangentiale Verbindungen. Ergänzungsbuslinien übernehmen Erschließungs- und Zubringerfunktion und sorgen dafür, dass die Fahrgäste von dichten lokalen Netzen mit kurzen Wegen zur Haltestelle profitieren können. Durch diese Doppelfunktion ist der Bus auch besonders von den Effekten der wachsenden Stadt betroffen – sowohl mit Blick auf steigende Bevölkerungszahlen bei gleichzeitiger Alterung der Stadtgesellschaft,  als auch hinsichtlich der Verdichtung bzw. vor allem der Ausweisung neuer Standorte, die, wenn sie nicht durch die bestehende Schienenverbindungen angebunden sind, am ehesten über den Bus erschlossen werden können.